Nun mein Porträt



Ich heiße Ludwig Nebel, geboren am 28. September 1955 in Haibach bei Aschaffenburg und kann von mir sagen, dass ich dem Jonglieren verfallen bin.

Angefangen hat es 1993...

Soweit ich zurückdenken kann, hat es mich schon immer fasziniert, Jongleuren und Balancekünstlern, bei ihrem Treiben zuzuschauen, aber es mussten erst viele Jahre verstreichen, um durch einen Zufall mein eigenes Talent zu erkennen. Auf einer Party bei Freunden jonglierte ein Gast lässig zwei Äpfeln in einer Hand. Ich war hellauf begeistert und brachte den Mund nicht mehr zu. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte von einer Gruppe von jonglierbegeisterten Leuten, die sich jede Woche einmal treffen, um unter Anleitung eines jungen Studenten die Kunst des Jonglierens erlernen. Seiner Aufforderung: „Komm doch einfach mal mit“ kam ich nur zu gerne nach. Bis zum nächsten Treffen – ich wollte mich ja nicht blamieren - übte ich hartnäckig und brachte es tatsächlich fertig, ebenfalls zwei Bälle in einer Hand zu jonglieren. Zwar nicht ausdauern – aber immerhin…

Schon am ersten Abend erlernte ich von „Lehrer“ Viktor die Kaskade - das einfachste Muster der Drei-Ball-Jonglage. Und das in nur 10 Minuten. Kaum zu glauben, ein Meister war vom Himmel gefallen! Alle waren überrascht – ich wohl am meisten. Jetzt hatte ich Blut geleckt und ich übte und übte an der Verbesserung meines ersten Musters. Neue Muster folgten… und mir fiel es immer leichter, diese umzusetzen. Schade, nach nur fünf Übungsstunden musste Viktor wegen seinem bevorstehenden Abitur die Segel streichen und die Gruppe löste sich auf. Aber ich war infiziert! Das sollte nicht alles gewesen sein!

Ich wollte unbedingt weitermachen und besorgte mir einschlägige Lektüre. Aus Abbildungen und Beschreibungen gelang es mir mühselig, verschiedene Muster zu erarbeiten. Nach einiger Zeit konnte ich dann doch ganz ordentlich mit drei Bällen jonglieren. Da Jonglieren eine unendliche Geschichte ist, machte ich auch vor dem Balancieren von Gegenständen auf der Nase, Kinn und Stirn nicht halt. So verbrachte ich einige Jahre lang mit Jonglieren und Balancieren für den „Hausgebrauch“ und manchmal schlief das Jonglieren auch ein…

Aber irgendwann machte es KLICK.

Anfang 1999 legte ich richtig los und jonglierte täglich mindestens eine Stunde. Ich spürte, wie sich meine „Performance“ ständig verbesserte und das gab mir ein gutes Gefühl.

Aber zu welchem Zweck? Hatte ich ein Ziel? War es das zum Greifen nahe rückende Millennium, das mich ansprach? Oder wollte ich mir etwas beweisen? Sei’s drum! Es war einfach so und ich sah mich in der Rolle eines Jongleurs, der immer wieder neue Herausforderungen suchte.

Natürlich hatte ich nie den Wunsch, mich mit den „großen Jongleuren“ dieser Welt zu messen – dafür war es eh schon zu spät. Doch einmal infiziert, sollte es dabei nicht bleiben. Zu den Bällen kamen die Keulen und später noch ein neues Requisit, das Diabolo hinzu. Ein fantastisches Teufelsding, das mich über Wochen hin beschäftigte und nicht zur Ruhe kommen ließ.

Aber war das schon alles? Irgendwie fehlte mir noch eine Kombination von Jonglieren und Balancieren.

Die Vorstellung ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Einige Tage später sah ich in einem Jonglier-Katalog eine Rola-Bola (Brett auf Rolle) und von da an wusste ich, dass ich unbedingt auf so einem Ding jonglieren wollte. Ich setzte mich sofort an den Computer und schrieb die Bestellung. Schon wenige Tage später kam die Lieferung und ich musste das Balancier-Utensil sofort ausprobieren. Bald stellte ich heraus, dass es gar nicht so einfach war, auf dem Brett zu bleiben. Doch mit Geduld und Spucke schaffte ich auch diese Hürde und bald darauf konnte ich sogar auf der Rola-Bola jonglieren. Ziel erfüllt!

Nachdem ich mein Repertoire an Jonglier-Mustern erweiterte, kam mir der Gedanke, mich an der Volksschule Aschaffenburg als Dozent zu bewerben. Nach einigen Kursen für Dozenten unterrichtete ich zum ersten Mal im Frühjahrs-Semester 2001.

Gleichzeitig begann ich im März 2001 im Landschaftsgarten "Schönbusch" mit Joggling , das ist Laufen und Jonglieren zugleich. Mit drei gelben Tennisbällen bewaffnet, sorgte ich im Schönbusch unter der „üblichen“ Läuferschar für Furore. Anfänglich war das Laufen mit den mit Hirse gefüllten Bällen noch etwas schwerfällig und nicht so flüssig, doch mit der Zeit wurde es immer besser. Oft wurde ich von Joggern und Spaziergängern angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. Und schon bald war ich im Schönbusch bekannt wie ein „bunter Hund“. Mein Ziel, auf meine Jonglierkurse aufmerksam zu machen, ging auf.

Am 16. April 2001, einem Ostermontag, hatte ich tatsächlich meinen ersten „richtigen“ Auftritt. Im benachbarten Kurort Heigenbrücken, in einer Kur-Klinik für Mutter und Kind, konnte ich zum ersten Mal mein Können zeigen. Ich war neugierig und aufgeregt zugleich, wie die kleinen und großen Zuschauer auf meine Tricks ansprechen würden. Mein Programm bestand aus verschiedenen Elementen der Jonglage und Balance und ich hatte richtig Spaß dabei, endlich einmal vor „Publikum“ aufzutreten. Als mir ein kleiner Junge beim Verabschieden seinen Osterhasen als Geschenk machte und die Mutter zu mir sagte: „Sonst ist mein Sohn nicht so großzügig…“, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Zwischen all den Jonglier- und Balanceübungseinheiten und der Abhängigkeit als Gehaltsempfänger (manchmal muss man ja noch ein paar Brötchen verdienen) nahm ich mir immer wieder Zeit, mit meinem Mountain-Bike durch den wunderschönen Spessart zu streifen.

Als ich einmal gefragt wurde: „Woher nimmst du nur die viele Zeit für deine Aktionen?“ antwortete ich lakonisch: „Ich hab mir die Zeit einfach geborgt.“

So einfach ist das… und weitere Aktionen standen bevor.

Das Joggling, das Laufen und gleichzeitige Jonglieren ging dem Ende zu, das merkte ich. Irgendwann ist die Luft heraus, das Ziel nach zwei Sommern war erreicht… und was dann?

Und wieder war ich auf der Suche nach einer neuen Mischung.

Da kam mir die Idee,auf der Gass zu jonglieren. Kurzerhand plante ich eine kleine Reise per Rad quer durch Bayern. Der Erfolg und die Freude waren so groß, dass noch weitere Reisen – diesmal quer durch Süddeutschland - folgten. Bei der 2. Jonglierreise wurde "Luigi, der Gaukler" geboren, der das Publikum in verschiedenen Städten verzauberte. Durch den Erfolg des Gauklers wurde aus mir ein bescheidener Kleinkünstler… und das mit Leib und Seele.

Leerlauf gab es nie. Immer wieder ließ ich mir etwas Neues an Verrücktheiten einfallen. Bis zum heutigen Tag!

Natürlich werde ich Sie auf dem Laufenden halten und immer wieder aktuell berichten.

Ich lade Sie herzlich ein, auf meiner Homepage zu stöbern… und vielleicht – wenn Ihnen mein kleines Programm gefällt – lernen wir uns sogar persönlich kennen.

Bei einem Auftritt… bei einem Kurs… wer weiß?

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit.

Luigi



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