Berichte über

die Vielfältigkeit des Jonglierens





Meine Erfahrungen mit Joggling

Der Begriff Joggling (engl. Joggen and Juggle): Laufen und Jonglieren

Die ersten Gehversuche mit Joggling waren im April 2001. Der Landschaftsgarten "Schönbusch" war dafür bestens geeignet. Er verfügt über gute Wege und ist relativ eben.

Da ich schon seit vielen Jahren laufe und schon unzählige Runden im Schönbusch gedreht habe, kam mir der Gedanke, für meine laufenden Jonglierkurs in der Volkshochschule Aschaffenburg etwas Werbung zu machen. Das Jonglieren in einer anderen Form zu präsentieren und somit den Läufern und Spaziergängern des Parkes das Erlernen des Jonglierens schmackhaft zu machen. An diesem Tag bin ich wie üblich meine zwei Runden (Runde = ca. 4,5 KM) jedoch mit drei präparierten Tennisbällen jonglierend gelaufen. Die meiste Zeit war ich damit beschäftigt, meine verpatzen Bälle aufzuheben. Aber endlich am Ziel mußte ich 45 mal meinen Lauf unterbrechen. Es ist natürlich auch schwierig, den richtigen Laufrhythmus zu finden, aber mit den nächsten Läufen wurde es immer besser. Im Juli kam ich schon unter 20 Bodenkontakte und im August unter 10. An einem Tag im August mußte ich 3 mal meinen Lauf unterbrechen und die Bälle aufsammeln und das in einer Zeit von 51:17 Minuten. Mein Ziel beim Joggling ist nicht die Zeit ständig zu verbessern, sondern möglichst wenig Bälle fallen zu lassen.

Eigentlich laufe ich viel zu schnell, wenn ich meine Auswertungen betrachte (zwischen 49 und 52 Minuten). Ich muß noch daran arbeiten, um meinen Laufrhythmus (optimale Lauf- und Jonglierbewegung) bei geringerem Tempo zu finden.

Das Laufen mit gleichzeitigem Jonglieren ist im Einklang mit meiner Bewegung der Arme. Durch die einfache Jonglierbewegung, die Kaskade, ist es mir möglich, relativ einfach diese Fortbewegung auszuführen. Mein Blick auf die Bälle ist nicht starr, sondern ich schaue durch die Bälle (das Muster) auf den Weg und kann somit auch einen kurzen Blickkontakt zu Läufern und Spaziergängern herstellen und ein freundliches "Hallo" oder "guten Morgen" von mir geben.

Wenn ich in einer ruhigen Zeit im Schönbusch bin und mich ganz und gar auf den Lauf und die Jonglage konzentrieren kann, wird es mir eher möglich sein, mein Ziel die zwei Runden ohne Ballverlust zu schaffen.

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Das Diabolo früher und heute...

Das Diabolo, ein teuflisches Ding, ist ein vielseitiges Geschicklichkeitsspiel. Es stammt aus dem alten China und wurde vor ca. 4000 Jahren erfunden. Das ursprüngliche Diabolo sah wie ein spulenförmiger Kreisel aus, so ähnlich wie eine leere Garnrolle. Es war aus Bambus und hatte seitliche Öffnungen, wodurch beim Kreisen ein Summen ertönte. Je schneller sich das Diabolo drehte, um so lauter wurden die Töne. Man sagt, dass die Kaufleute früher ihre Kunden durch das Summen des Diabolos anlockten, um auf den Märkten ihre Ware zu verkaufen. Heute jedoch besteht das Diabolo meist aus Plastik oder Gummi. Dieses Material formt zwei Halbkugeln, die durch eine Achse miteinander verbunden sind. Da es keine Öffnungen mehr hat, bleibt es stumm. Mit Hilfe zweier Handstöcke, zwischen denen eine Schnur gespannt ist, wird das Diabolo angetrieben.

Für mich ist es ein faszinierendes Gerät! Bis heute konnte ich mir die verschiedensten Tricks beibringen, die ich in meinen Übungseinheiten in flüssigen Übergängen aneinander reihe. Manchmal bleibt mir die Spucke weg, wenn das Diabolo gerade noch so viel Schwung hat, dass der Trick gelingt und ... nicht umkippt! Das Wichtigste jedoch ist das Antreiben. Ich kenne zwei Techniken, um ein Diabolo anzutreiben. Bei einigen Tricks wird entweder das Antreiben unterstützt oder der Schwung gehalten. Nachdem ich mich lange Zeit mit nur einem Diabolo beschäftigt hatte, kam zwangsweise der Drang nach mehr. Wenn ich im Zirkus, in Fernseh-Shows oder bei Jongliertreffs die wahren Künstler beobachte, wie sie mit Leichtigkeit mit einem, zwei oder mehr Diabolos auf einer Schnur arbeiten, haut es mich jedes Mal schlicht vom Hocker! Das ist faszinierend! Ich war infiziert und kaufte mir kurz entschlossen letztes Jahr ein zweites Diabolo und begann zu üben. Mein Diabolo-Handbuch, das mir dabei zur Seite stand, konnte mir leider nicht die Hand führen! Also übe ich immer noch daran. Ich arbeite mit zwei Handstockpaaren und zwei Diabolos, die ich jeweils in einer Hand halte und mühelos antreibe, aber es will partout nicht funktionieren, "zwei Diabolos auf einer Schnur" zu bewegen.

Gut Ding braucht eben Weile!

Mein Motto heißt: "Übung macht den Meister" ...

... und so übe und übe ich weiter, bis ich nicht mehr kann ...

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Jonglieren lässt Erwachsenenhirne anwachsen ...

Diese Überschrift hört sich etwas beängstigend an, lässt aber eigentlich hoffen. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Regensburg und Jena hat erstmals lernbedingte strukturelle Veränderungen im menschlichen Erwachsengehirnen nachgewiesen. Was die Gehirnstrukturen betrifft, war man bisher davon ausgegangen, dass Erwachsenenhirne keinen wesentlichen Zuwachs an grauen Zellen mehr erhalten, sondern sich lediglich altersbedingt oder durch Krankheit zurückbilden. Wissenschaftler konnten nun erstmals in einer Studie nachweisen, dass sich auch Erwachsenenhirne bei entsprechendem Training noch verändern. Erwachsene, die ca. 3 Monate lang das Jonglieren lernten, ließen eine Vergrößerung des Gehirns in einem Bereich erkennen, der darauf spezialisiert ist, Bewegungen von Objekten im dreidimensionalen Raum wahrzunehmen. Das heißt natürlich nicht, dass Jonglieren klug und genial macht, aber es beeinflusst das Gehirn positiv. Machen Sie es nach, machen Sie mit!

Eine Studie im Jahr 2004

Weitere Informationen über die Studie


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Kann man mit Zigarrenkisten jonglieren?

Und ob... siehe hier die kleine Demonstration vom 15. Januar 2007.

Die Geschichte über Zigarrenkisten

Rauchen Sie noch? Ich schon lange nicht mehr.

Mich hat's ganz anders erwischt - Mann oh Mann - ich kann es mir nicht mehr abgewöhnen, mit drei Zigarrenkisten zu jonglieren. Das ist auf jeden Fall gesünder, als genüsslich Ringelchen in die Luft zu blasen.

Mittlerweile ist das Jonglieren mit den Zigarrenkisten zu einer schönen Sucht geworden und ich arbeite daran, sie schon bald in mein Repertoire aufzunehmen. Des Kleinkünstlers Luigi neue Liebelei: Eine kleine Zigarrenkisten-Nummer mit dem Thema „Rauchen Sie noch?“

Wie es dazu kam: Sie wissen ja, Jonglieren ist eine unendliche Geschichte. Ich war neugierig geworden und wollte partout wissen, ob ich auch das Jonglieren mit Zigarrenkisten erlernen könnte. Deshalb kaufte ich mir vor einigen Monaten drei Zigarrenkisten, die auch unter dem Namen "Cigar-Box" bekannt sind. Für den Anfang entschied ich mich für die billigere Variante ohne Glitzerdeko und farblos - eben nur Sperrholz natur. Zum Ausprobieren und Üben allemal ausreichend.

Was unterscheidet eine "Cigar-Box" von den üblichen Aufbewahrungskisten für Zigarren? Sie bestehen aus einer stabilen Sperrholzkonstruktion mit genagelten und geleimten Kanten. Zusätzlich sind sie rundum mit schwarzem Klebeband fixiert. Sehr gut! Da geht der Hersteller auf Nummer sicher! Die Stirnflächen sind mit schwarzem Filz beklebt und bewirken, dass die mittlere Kiste besser haftet. Die Kisten haben die Maße: 18x12x6 cm und lassen sich nur mit Gewalt öffnen. Ein sinnloses Unterfangen, man würde nach dem Öffnen in die Luft gehen wie ein HB-Männchen. Ach, das war nur ein kleiner Scherz am Rande - wir bleiben doch lieber beim Jonglieren!

Schon nach wenigen Minuten merkte ich - so einfach ist es wohl doch nicht, die Kisten vor dem Absturz zu bewahren. Die Schwerkraft zog die Kisten im freien Fall nach unten und ich hatte meine liebe Not, die drei Kisten immer wieder zusammenzuführen. Fortan jonglierte ich auf einem kleinen Teppich. Besonders passte ich auf meine Füße auf, denn mehr als einmal verzog ich schmerzhaft das Gesicht, nachdem eine der Zigarrenkisten direkt mit der Kante auf meinem nackten Fußrücken unsanft landete. Wow, tat das weh! Oh, wie ich jubeln konnte und… hüpften! Nur Rumpelstilzchen hätte es besser gekonnt. Trotz dieser Gefahr - Rauchen ist wohl doch gesünder(!) - machte ich ohne Sicherheitsschuhe weiter.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts um die zerstörerische Wirkung der Zigarrenkisten - nicht nur auf meine Füße - sondern auch auf meine Umwelt. Schon bald merkte ich, dass die Kisten nicht nur auf den Teppich fielen, sondern auch auf den glatten Korkboden polterten und unschöne Blessuren hinterließen. Bei jedem Aufschlagen verzog ich leicht säuerlich die Mundwinkel und dachte: "Verflixt! Ich werde doch immer besser! Das ist mir aber jetzt zum letzten Mal passiert!"

Manchmal hielt ich dabei die Luft an - und hoffte inbrünstig, dass die herrenlose Zigarrenkiste nicht doch noch einen weiteren Hüpfer in Richtung Weichholzvitrine unternahm. Mit „Glück gehabt!“, atmete ich erleichtert aus und setzte meine Übung fort.

Die Hilfestellungen für die einzelnen Tricks aus einem all umfassenden Jonglierbuch waren mir nicht genug. Deshalb bestellte ich mir ein Jonglierbuch explizit über das Jonglieren mit Zigarrenkisten und setzte noch einen oben drauf: Zu meiner Bestellung gehörten auch drei funkelnagelneue „Cigar-Boxes Glitzerdeko“ in den Farben blau, rot und gelb.

Ich konnte sie bald nicht mehr aushalten... diese vergeudete Warterei! Doch urplötzlich und völlig unverhofft erschien der uniformierte Paketzusteller und übergab mir lächelnd das sehnsüchtig erwartete Paket. Ich wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen und sagte gerührt: "Sie haben mir den Tag versüßt." Schnell öffnete ich die Lieferung und prüfte den Inhalt. Es war alles im Karton - was für eine Freude - denn endlich konnte ich aus dem Vollen schöpfen. Seltsam, bei den drei neuen Zigarrenkisten vermisste ich den Beipackzettel oder zumindest den Hinweis „Rauchen kann Ihr Leben verkürzen!“ Aber sind wir ehrlich, interessiert das einen Raucher? Die Kisten bekamen einen Platz im Regal und sollten nicht allzu lange warten, um sich auf der Bühne zu entfalten. Ich freute mich schon unbändig auf ein neues Highlight in meinem Programm und über den Zauber der schwebenden bunten glitzernden Kisten.

Doch zuerst stand das Buch „Jonglieren mit Zigarrenkisten“ im Interesse meiner Betrachtung. Von dem neuen Buch, dem Autor (selbst ein Könner), erwartete ich, dass es mir durch seine Erklärungen und Tipps superleicht fallen müsste, die Tricks spielerisch zu erlernen. Aber als ich das Buch aufschlug und las und mir die verschiedenen Bilder anschaute, war ich enttäuscht. Lustlos blätterte ich in dem Buch herum und fand nicht den klitzekleinsten Faden. Ich probierte und probierte und stellte fest, dass es schwierig werden würde, neue Tricks zu erlernen.

Meine Investition sollte aber nicht umsonst gewesen sein. Also riss ich mich zusammen und studierte das Buch aufs Neue. Und siehe da, der Aufbau des Buches und die Zeichenerklärungen bewirkten Wunder und nur wenige Tage später erarbeitete ich mir einige kleine Tricks aus dem reichhaltigen Angebot. In dieser Zeit des Übens und im Eifer des Gefechts polterten die Zigarrenkisten immer wieder außerhalb des Teppichs auf den Boden. Aber was soll’s! Die Take-outs, Grip-Changes, Endturns, Take-overs, Spins, Snatch & Co waren es mir wert. Egal, an die eine und andere Macke werden ich mich schon gewöhnen und irgendwann in meiner Erinnerung werde ich um jeder Macke dankbar sein. Aber etwas anderes beunruhigte mich viel mehr.

Der langsame Verfall meiner „neuen“ Jonglier-Requisiten machte mir schwer zu schaffen. Klar, ich strapazierte sie auf hohem Niveau. Es krachte, knirschte und schepperte manchmal so gewaltig, dass ich dachte, ihr letztes Stündchen hätte geschlagen und sie würden in sämtliche Bestandteile auseinanderfallen. Wie gemein, dass sich so ein Filz-Rechteckchen so schnell abnutzt!

Die Tricks wurden dadurch immer schwieriger, doch mit meinem hartnäckigen Training passte ich mich den Kisten an. Ab und zu griff ich nach den Glitzerdeko-Zigarrenkisten und merkte den Unterschied sofort. Doch die Glitzerversion war ja nur für den Auftritt vorgesehen. „Luigi, da musst du durch!“ sagte ich mir. Irgendwann entfernte ich dieses unnütze Zeug, das sich Filz nannte und versuchte ohne legale Hilfsmittel mein Glück. Es war jetzt schwieriger, weil sie nun glatt waren, aber es war einfacher, die Kisten wieder auszugleichen, wenn ich sie etwas ungenau gefangen hatte. Ein zweiter positiver Aspekt war das ungedämpfte Klicken und Klacken beim Zusammenführen der Zigarrenkisten. Das Klicken und Klacken wurde in meinen Ohren zur Musik, die sich rhythmisch entlud. Ohrenbetäubend leise!

Übrigens! Ich konnte nachlesen, dass die Profis mit glatten Zigarrenkisten arbeiten. Alles nur Übungssache und sicherlich bei schwierigen Tricks und Trickfolgen einfach nötig.

Einige Tage später kaufte ich mir in einem Tuchgeschäft fast einen ganzen Ballen hochwertigen Filzstoff und beklebte freudestrahlend und zuversichtlich meine Zigarrenkisten. Aber mit dem Resultat meiner Arbeit konnte ich keinen Blumentopf gewinnen. An die Originalverarbeitung kam ich nicht heran. Schlimmer jedoch fand ich, dass alle Ecken unter dem schwarzen Klebeband zum Vorschein kamen. Mit einem Satz: Die Zigarrenkisten sahen jämmerlich aus! Aus Mitleid vor weiterem Verschleiß suchte ich im ganzen Haus nach brauchbaren Teppichen und legte sie aus. Ich übte und übte und ärgerte mich manchmal, wenn mir keine Zigarrenkisten mehr herunterfielen. Schrecklich langweilig! Na ja, nachdem ich anfing, an meiner kleinen Zigarrenkistennummer zu basteln, fielen sie doch noch zahlreicher herunter als mir lieb war. Es war interessant, die verschiedenen Tricks aneinanderzureihen und auszuprobieren. Am Ende könnte es eine 3-minütige Session werden. Fast eine Zigarettenlänge und auf jeden Fall nicht so langweilig.

Jetzt fängt die Arbeit so richtig an! Die ausgesuchten und erlernten Tricks werden mein Programm ganz gewiss bereichern. Doch bis ich alle Elemente fehlerfrei vortragen kann, steckt noch viel Training dahinter.

Alles aus dem Buch „Jonglieren mit Zigarrenkisten“ möchte ich jedoch nicht in die Tat umsetzen und bis zu einem Könner dieses Faches werde ich es bestimmt nicht mehr schaffen. Die Vielfalt meines Programmes, das ebenfalls immense Trainingsstunden erfordert, würde darunter leiden.

Als Luigi, der Kleinkünstler, bin ich schon wieder ungeduldig und möchte die nächste "große" Herausforderung mit Begeisterung annehmen. Da das Unmögliche doch möglich ist, will ich es erneut wissen.

Vielleicht schaffe ich es bis zum nächsten Event, wenn es dann heißt: "Rauchen Sie noch?" oder halten Sie es wie ich und bewahren nur noch ein nettes Überbleibsel ihrer früheren "Leiden"schaft auf?

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